
Auf dem Weg zur klimafreundlichen Stadt
EMM: Frau Bürgermeisterin Gabor, der Klimawandel ist eine zentrale Herausforderung unseres Jahrhunderts. Die Stadt Garching möchte mit einem Klimaschutzkonzept ihren Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten. Welche Aktivitäten und Maßnahmen sind hierzu geplant?
Hannelore Gabor: Die Stadt Garching hat in Fortsetzung ihrer Klimaschutzpolitik 2009 beschlossen, ihren Beitrag zur CO2-Reduzierung als Kommune zu leisten und dies durch ein "Integriertes Klimaschutzkonzept" zu konkretisieren. In zwei Klimaschutzkonferenzen wurden die Garchinger Bürger und Bürgerinnen über die einzelnen Schritte informiert. Hier erarbeiteten circa 60 lokale beziehungsweise regionale Experten zu acht Themenbereichen des Klimaschutzes erste Ideen und Projektansätze. Der Aktionsplan legt seine Schwerpunkte auf folgende Aspekte: Die politischen Weichenstellungen und Grundlagenbeschlüsse herbeizuführen, Konzepte zu vertiefen und Maßnahmen fundiert vorzubereiten und erste, bereits 2010 machbare Projekte umzusetzen. Weiterhin will ich mit dem Klimaschutzkonzept Impulse geben und private Initiativen anstoßen beispielsweise im Bereich der energetischen Sanierung und der klimafreundlichen Mobilität sowie im Bereich Klimaschutz und Gewerbe.
EMM: Damit ein solches Konzept umgesetzt werden kann, müssen alle an einem Strang ziehen: die Kommune, die Wirtschaft und jeder einzelne Bürger. Wie weit sind Sie schon auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Garching?
Hannelore Gabor: Wir haben schon ein gutes Stück des Weges zurückgelegt. Es gibt Projekte, die keine zusätzlichen Investitionsmittel erfordern und im Rahmen der laufenden Verwaltung bzw. der Arbeit des Klimaschutzmanagements umgesetzt werden können, aber auch Projekte, deren Umsetzung zusätzliche fi nanzielle Mittel für Investitionen oder Leistungen Dritter erfordern. Da gibt es zum Beispiel den Bereich "Erneuerbare Energien" mit den Projekten Solarpark Garching II und den Bereich der verwaltungsinternen Projekte wie zum Beispiel die Erstellung eines Investitionsprogramm zur Sanierung Öffentlicher Liegenschaften, die Sanierung der kommunalen Beleuchtung oder die Gründung eines Koordinationsgremiums "Energetische Gebäudesanierung".
EMM: Sicher können auch andere Kommunen in der Metropolregion München von Ihren Erfahrungen profi tieren. Welche Tipps können Sie geben?
Hannelore Gabor: Mit der Kampagne "Klimaschutzfreundlichkeit in Garching" soll die Ansiedlung klimaschonender Betriebe und Unternehmen in Garching aufgrund seiner exponierten Stellung und Konzentration von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen noch systematischer betrieben werden. Neben den notwendigen Basisinformationen für ansiedlungswillige Unternehmen werden gezielt auf das Thema Klimaschutz fokussierte Ansprechpersonen, regionale Aktivitäten und Kooperationsangebote bereit gestellt werden. Ferner gilt es vorhandene regionale Wertschöpfungskreisläufe - zum Beispiel Lebensmittel, Produkte, Dienstleistungen - zu identifizieren. Unter Federführung der Garchinger Wirtschaftsförderung und in enger Zusammenarbeit mit Garchinger Unternehmensnetzwerken sowie den Wissenschaftseinrichtungen auf dem Campus werden anschließend Cluster gebildet und dazu klimafreundliche Projekte entwickelt, welche allesamt in eine umfangreiche Kampagne "Klimafreundlichkeit in Garching" münden.
EMM: Die Stadt Garching ist als Hochschul- und Forschungsstandort bekannt. Welche - vielleicht noch unbekanntere - Seite der Stadt gibt es daneben zu entdecken?
Hannelore Gabor: Von besonderem Reiz sind die Landschaft und der Naherholungswert Garchings, das wissen vielleicht die wenigsten. Ein besonderer Publikumsmagnet ist am Ende der Lindenallee, vom Mühlbach durchflossen, der Mühlenpark. Er bietet Kindern und Erwachsenen aus nah und fern ein Erholungsparadies. Daneben gibt es das bedeutende Naherholungsgebiet die Garchinger Isarauen. Die Isarauen und die vorgelagerten Felder wurden wegen ihrer Vielfalt und einzigartigen Schönheit 1986 sogar unter Landschaftsschutz gestellt. Mein Geheimtipp für intensive Naturerlebnisse sind die Fröttmaninger und die Garchinger Heide, die Garching im Südwesten und Nordwesten einrahmen.
EMM: Gerade ist Ferienzeit - welches Urlaubsziel würden Sie empfehlen?
Hannelore Gabor: Ich fahre in die Allgäuer Alpen, weil ich finde, dass ich in Deutschland auch einzigartige Urlaubstage verbringen kann und dazu nicht um die halbe Welt fliegen muss.
(aus EMM-Newsletter Ausgabe 04/2010)
Weitere Informationen:
- www.garching.de
- Informationen zum Thema Klimaschutz in der EMM finden Sie unter "Klimaschutzprojekte"

