2. Stammstrecke

Die Stammstrecke ist das Nadelöhr des sternförmig ausgerichteten Münchner S-Bahn-Netzes. Über 800.000 Fahrgäste nutzen täglich die S-Bahn. Aufgrund der weiterhin steigenden Verkehrsnachfrage in der Metropolregion entsteht langfristig ein Engpass an Kapazitäten. Mit einem zusätzlichen Streckenangebot soll dem vorgebeugt werden. Aus diesem Grunde hat die Bayerische Staatsregierung ein Verkehrskonzept entwickelt, dessen Mittelpunkt die 2. Stammstrecke darstellt. Diese schafft die Voraussetzung, um etliche Engstellen im Bahnknoten München zu lösen.

Die Bayerische Staatsregierung hat ein Entwicklungskonzept für den Bahnknoten München beschlossen. Zentrales Element ist die 2. Stammstrecke.

Um die bestehende Stammstrecke zu entlasten, werden auf rund zehn Kilometern Länge zwischen den Bahnhöfen Laim im Westen und Leuchtenbergring im Osten parallel zur derzeitigen Stammstrecke zwei neue Gleise gebaut. Kernstück der neuen Ost-West-Verbindung ist ein sieben Kilometer langer Tunnel, der die beiden Münchner Umsteigebahnhöfe Haupt- und Ostbahnhof miteinander verbindet. Der Tunnel verschwindet von Laim kommend kurz vor der Donnersbergerbrücke unter der Erde und taucht zwischen Ostbahnhof und Leuchtenbergring wieder an der Oberfläche auf.

Der 2. Stammstreckentunnel wird drei neue unterirdische Stationen am Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof erhalten. Da mehrere U-Bahn-Linien gekreuzt werden müssen, liegen die Stationen in rund 40 Metern Tiefe. Mit Aufzügen und Rolltreppen können die Fahrgäste die Höhenunterschiede rasch und bequem überwinden. Zu den Stationen der U-Bahn und der bestehenden S-Bahn wird es unterirdische Übergänge geben.

Unterteilt ist das Projekt in drei Planfeststellungsabschnitte. Für den Abschnitt Mitte (Hauptbahnhof bis zur Isar), der auch die unterirdische Station Marienhof beinhaltet, besteht seit 2014 komplett Baurecht. Am 9. Juni 2015 wurde der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt West (Laim bis Stachus) erlassen. Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Ost (Isar bis Leuchtenbergring) wurde im April 2016 vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erteilt.

Die Finanzierung des Projekts übernehmen der Bund, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München und die Deutsche Bahn.

Das Fahrplankonzept des Freistaates Bayern für die 2. Stammstrecke ermöglicht deutliche Angebotsverbesserungen für die Fahrgäste: S-Bahnen verkehren dann ganztägig im 15-Minuten-Grundtakt und zusätzliche Express-S-Bahnen im 30-Minuten-Takt. Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit werden die S-Bahnlinien auf die zwei Stammstrecken aufgeteilt. Die Stationen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen – Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof – sind mit allen Zügen erreichbar. In Laim und am Leuchtenbergring kann zwischen den S-Bahnen am gleichen Bahnsteig barrierefrei umgestiegen werden.

In der Startphase verkehren neben dem 15-Minuten-Grundtakt auch Express-S-Bahnen auf den Linienästen nach Mammendorf, Herrsching und Ebersberg. Die Linienäste nach Petershausen, Holzkirchen, Wolfratshausen und Kreuzstraße verbleiben zunächst im 20-Minuten Takt. Dieser wird bei den Ästen Richtung Petershausen und Holzkirchen zu den Hauptverkehrszeiten auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet.

Langfristig ermöglicht die 2. Stammstrecke auch Direktverbindungen aus der Region jenseits des heutigen S-Bahn-Systems in das Zentrum von München. Mit der 2. Stammstrecke wird zudem eine wesentliche Voraussetzung für eine schnellere Anbindung des Flughafens geschaffen.

 

Weitere Informationen unter www.2.stammstrecke-muenchen.de