Schätze heben: Integration junger Flüchtlinge in die duale Berufsausbildung

Dokumentation der Veranstaltung vom 10. Februar 2015 in der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Ablauf des Asylverfahrens

Steffen Mattes, Landratsamt München

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Berufsvorbereitung für Flüchtlinge

Klaus Seiler, Städt. Berufsschule zur Berufsvorbereitung München

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Unterstützungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit

Theresa Härtter, Agentur für Arbeit München

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Berufsausbildung für Flüchtlinge - Informationen für Betriebe

Broschüre der Handwerkskammer für München und Oberbayern

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Nachbericht: Schätze heben, junge Flüchtlinge in Ausbildung bringen

München – Die Flüchtlingsthematik ist nach wie vor in aller Munde, und so war das Interesse an der Veranstaltung „Schätze heben: Integration junger Flüchtlinge in die duale Berufsausbildung“ enorm. Über 250 Teilnehmer aus Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Organisationen und Verwaltung waren der Einladung des Europäische Metropolregion München e.V. in die Handwerkskammer (HWK) für München und Oberbayern gefolgt. In ihren Begrüßungen erklärten Georg Schlagbauer, Präsident der HWK, und Wolfgang Wittmann, Geschäftsführer des EMM e.V., dass man offensichtlich ein hochaktuelles Thema aufgegriffen habe. Das große Interesse zeige, so Schlagbauer: Die Aufgabe, junge Flüchtlinge in Ausbildung zu bringen, sei eine „Verpflichtung, die uns alle bewegt! Die aus den Krisenregionen zu uns kommenden Flüchtlinge haben ihre Heimat nicht gerne verlassen. Jede dieser Personen stellt ein Einzelschicksal dar. Wir dürfen diese Menschen nicht sich selbst überlassen." Wittmann fügte dem hinzu: „Wenn die Integration junger Flüchtlinge in die duale Berufsausbildung gelingt, wäre allen sehr geholfen: Menschen, die aus einer Notsituation zu uns gekommen sind, kann geholfen werden und zugleich ist es ein Mittel, dem Fachkräftemangel in unserer Region zu begegnen.“ 

 

Ein Tenor, der sich durch die Veranstaltung zog, war die Forderung nach Verlässlichkeit bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. Oder wie Moderatorin Martina Neubauer vom Landratsamt München zusammenfasste: „Alle Beteiligten benötigen Rechtssicherheit bei den Aufenthaltsregelungen.“ Dies betonte, wie bereits HWK-Präsident Schlagbauer zuvor, Hubert Schöffmann, stellvertretender Bereichsleiter Berufsbildung der IHK München und Oberbayern: „Unternehmen und Auszubildende benötigen Rechts- und Planungssicherheit. Deshalb appellieren auch wir für das 3+2-Modell, das ein gesichertes Bleiberecht während der Ausbildung und mindestens zwei Jahre danach sicherstellen würde.“ Neben Forderungen nach gesicherten rechtlichen Rahmenbedingungen sei es aber auch Aufgabe der Kammern, das Bewusstsein zu schärfen und Betriebe fit dafür zu machen, junge Flüchtlinge als Auszubildende zu integrieren.

Die Praxisbeispiele des Tages zeigten, wie positiv die Integration junger Flüchtlinge, auch auf Grund ihrer oft sehr großen Motivation, in die duale Berufsausbildung verlaufen kann. Es berichteten ein Auszubildender, der mit 16 Jahren aus Afghanistan geflohen war, sowie ein Arbeitgeber aus dem Elektrohandwerk, der bereits junge Flüchtlinge durch ihre Ausbildungszeit begleitet hat. Zu diesem Gelingen trägt bei, dass einiges an institutioneller Unterstützung in Anspruch genommen werden kann, von ausbildungsvorbereitenden schulischen Angeboten bis zu Programmen der Agenturen für Arbeit oder der Kammern. Auch diese Angebote wurden im Laufe der Veranstaltung vorgestellt.  

Manfred Warmbeim, für Berufs- und Ausbildung zuständiger Ministerialrat im Bayerischen Arbeits- und Sozialministerium, betonte, dass der dualen Berufsausbildung allgemein wieder mehr Selbstbewusstsein gegeben werden müsse. Ein Anteil von achtzig Prozent der 2030 fehlenden Fachkräfte seien solche mit Berufsausbildung.  Eines der vom Ministerium identifizierten Handlungsfelder, um dem entgegenzuwirken, sei die Integration von Migranten und Zuwanderern in Ausbildungsberufe.

Die Facharbeitsgruppe Fachkräfteentwicklung des EMM e.V. beschäftigt sich mit vorhandenen, aber bisher verborgenen Potenzialen, die den Fachkräftemangel abmildern können. Dazu fanden in den vergangenen Jahren bereits Veranstaltungen zu den Themen „Qualifizierung älterer Mitarbeiter“ und „Berufsausbildung in Teilzeit“ statt, Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt.


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